Einmal um die Welt

Ich mache Neuseeland und Kanada unsicher

Perry’s Berrys

(Gott tut es weh diesen Namen zu schreiben) Es gibt nicht viel über meinen jetzigen Arbeitsort zu berichten. Das Gebäude an sich ist ein riesiges (rotes) Lagerhaus mit drei Garagentoren an der Seite, die zur Lüftung aufgemacht werden (können) und einen kleinen Shop, wo die Erdbeeren und Erdbeerprodukte, wie Eis, Joghurt etc verkauft wird. An der Front gibt es zwei weitere Eingänge. Einmal das Büro und dann noch der Mitarbeiter- Eingang, der zuerst in einen kleinen Gemeinschafts-/ Aufenthaltsraum mit Mikrowelle, Tischen und Waschbecken führt und dann, wie die anderen Eingänge auch, in die Halle.

Wenn man durch den Mitarbeitereingang in die Halle geht, kommt man an einer Mitarbeiterin mit Scanner vorbei, die dann die Mitarbeiterkarte scannt und somit bestätigt, dass du zur Arbeit aufgetaucht bist. Vorher muss man allerdings noch vor dem Büro seine Handfläche einscannen, nachdem man seine Mitarbeiternummer eingegeben hat. Die Halle an sich ist ziemlich groß und rechts am Rand steht ein riesiges ineinander verschlungenes Fließband. Der Start des Fließbandes ist am hinteren Ende, wo mehrere Mitarbeiter Erdbeeren auf einige kleine Fließbänder schütten und andere Mitarbeiter an diesen bereits Erdbeeren aufsammeln und in Körbe tun. Die Kriterien dazu kenne ich nicht. Diese kleinen Fließbänder (ich glaube es sind 3-4) laufen auf ein größeres Fließband, wo weiter Erdbeeren in Körbe gesammelt werden. Dieses Fließband endet auf ein Kreisfließband, wo die letzten Erdbeeren in kleine Schalen gepackt werden. Dies ist wahrscheinlich die letzt-beste Qualität und das erste Fließband die Beste. Alle kleinen Körbe und Schälchen werden überprüft, eventuell zurückgeschickt und ausgebessert und dann mit einem Gütesiegel versehen und für den Verkauf bereits gemacht.

Wenn man durch diese erste Halle jedoch durch geht, kommt man zu meinem Arbeitsort. Dort hinter solchen Gummi-Vorhängen ist ein weiterer kleinerer Raum, der in der Mitte mit drei Fließbändern, wo Reste von Blättern und anderer Abfall aus den Erdbeeren sortiert wird, bevor sie verpackt werden, und einer Waschanlage, die auf diese Fließbänder führt, ausgestattet ist. Weiter hinten sind Verpackungsstationen und weiter vorne ist mein Arbeitsort: Ein kleines Podium, das die Wand entlang geht und Platz auf beiden Seiten für Arbeiter hat. Zwischen den Arbeitern ist ein Tisch und an der Länge des Tisches ist ein einziges langes Messer installiert mit Lücke zwischen Tisch und Messer, sodass, wenn man die Erdbeere nimmt und sie mit Blatt nach unten zum Messer führt, die Blätter sauber abgeschnitten werden und direkt unter den Tisch in einen Wasserfluss fallen und sofort auf diese Weise entsorgt werden. In Theorie. Praktisch sieht das ganze natürlich etwas anders aus; man muss recht oft nachstopfen. Über dem Tisch ist ein System mit Rollen, worüber die Kisten Erdbeeren bis zum letzten Arbeiter gebracht werden. Per Hand versteht sich; es stehen immer Kisten bereit entleert und danach ausgetauscht zu werden. Auf diese Weise häuft sich ein ständiger Berg Erdbeeren auf dem Tisch auf, der kontinuierlich abgearbeitet und aufgefüllt wird. Schlechte, ungeeignete und faule Erdbeeren werden einfach per Hand unter den Tisch in den Wasserstrom geworfen.

Um wieder zur Außenseite zu kommen, wird das Gelände vor dem Gebäude (man sieht es schon auf den ersten Bildern) und an der Seite hauptsächlich von den Mitarbeiten, aber auch von den Shopkunden als Parkplatz benutzt.

Und hinter dem Parkplatz an der Seite ist ein kleines Feld. Ob es Erdbeeren sind, weiß ich allerdings nicht XD

Im Hintergrund des letzten Bildes kann man auch die Landstraße, die in die Stadt hinein führt, sehen und ein paar weitere Gebäude, die eventuell zur Erdbeerfarm gehören.

Rechts vom Bild gibt es noch mehr Farmgelände/ -felder, wobei ich allerdings wieder nicht weiß, was es ist XD Fotografiert habe ich es trotzdem:

Ich hoffe jetzt seid ihr ein wenig zufriedener zu wissen, wo ich arbeite und ich hoffe ich konnte recht gut erklären, wie es im Inneren aussieht, sodass ihr wenigstens eine grobe Vorstellung habt, was es da für arbeiten gibt und wie es da aussieht. Das nächste wird der nächste Wochenrückblick sein, vor dessen Rückmeldungen ich bereits ein wenig Angst habe, wenn ich bedenke, wie die reagiert haben, denen ich bereits erzählt habe, was sich da abgespielt hat. Mit diesem kleinen Cliffhanger lasse ich euch jetzt bis zum nächsten Mal zappeln, so fies will ich mal sein 😉 Ich wünsche euch einen schönen Tag! 😀

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4 Kommentare

  1. Mama 9. Dezember 2019

    Danke für die ausführliche Beschreibung deines Arbeitsfeldes. Ich wusste bisher jedenfalls nicht, was alles passieren muss, und wie das eventuell abläuft, bis ich die Erdbeeren im Supermarkt kaufen kann. Und ich sehe das wie Olga: Ich finde es toll, dass du dich darauf eingelassen hast, diese Arbeit anzunehmen.

    • Ronja 10. Dezember 2019 — Autor der Seiten

      Kein Problem! Ich dachte nur 5 Fotos hochzuladen ist ein bisschen wenig, also habe ich mich für diese Lösung entschieden 😀

  2. Olga 10. Dezember 2019

    Super erklärt! Jetzt kann man sich deinen Nicht-Pflucker-Arbeitsplatz vorstellen und zumindest von aussen sehen. Sieht gut ländlich aus. Wie schmecken denn die neuseeländische Erdbeeren? Bekommst du eine gerechte Zahlung? Wie sind die Kollegen?

    Und natürlich die Frage: was war da los? erwartungsvoll auf den Wochenrückblick. Zum Glück nicht mehr lange drauf zu warten….

    • Ronja 11. Dezember 2019 — Autor der Seiten

      Die neuseeländischen Erdbeeren, die ich bisher genascht habe, waren allesamt ziemlich lecker! Ich kann nicht zu viele essen, da auch wir Mitarbeiter eigentlich für die Erdbeeren bezahlen müssen (ich glaube wir kriegen allerdings einen Rabatt), aber da wir direkt it Erdbeeren arbeiten und auch eine schnelle und einfache Möglichkeit haben die Blätter loszuwerden, nascht mehr als ein Arbeiter ab und zu eine Erdbeere, wenn unsere Vorgesetzte gerade nicht hinsieht XD
      Meine Bezahlung ist der Mindestlohn in Neuseeland, was 17.70$ ist. Plus einen „Holiday Bonus“, weil wir ja in der Weihnachtszeit arbeiten. In einer Woche habe ich somit 768$ glaube ich verdient, was definitiv meiner Meinung nach nicht schlecht ist. Das sind ungefähr 452€.
      Meine Kollegen sind hauptsächlich nett. Es gibt natürlich immer ein paar schwarze Schafe. Ein paar sind ziemlich wichtigtuerisch, was mich nervt, aber alles in allem sind sie aushaltbar XD

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